Madeleine Delbrêl - Prophetin einer Kirche im Aufbruch

Impulse für Realisten

Annette Schleinzer

Produktabbildung - Madeleine Delbrêl - Prophetin einer Kirche im Aufbruch
Einband:gebunden
Abmessungen:13 x 21cm
Seiten:248
Erscheinungsdatum:6/2017, 2. Auflage 11/2018
ISBN:978-3-7346-1110-0
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28,50 CHF
Madeleine Delbrêl als »prophetische Stimme«:
Anstöße für einen Perspektivenwechsel auf der Linie von Papst Franziskus


Impulse aus der Kraft des Evangeliums:
Mut zum Aufbruch statt Beharren, Realismus des Glaubens statt Resignation

Mit vielen Originaltexten

Der christliche Glaube ist heute längst nur eine mögliche Option unter anderen Weltanschauungen, Religionen und Lebensweisen. Viele Menschen aus allen Schichten und Milieus sehen keinen Zusammenhang mehr zwischen der Realität ihres Alltags und dem Evangelium. Und ungeachtet einer gewissen »Wiederkehr der Religion« erscheint die Kirche vielen als antiquiert, als eine Gemeinschaft von »Insidern« mit fest gefügtem Weltbild, an dem ihre Suche nicht »andocken« kann. Und schließlich wird der Islam immer mehr zu einer Herausforderung.
Bloße strukturelle Veränderungen genügen offenkundig nicht. Es braucht auch eine innere Neuausrichtung, eine neue Sicht auf die Dinge, eine andere Haltung. Die Impulse aus dem Lebenszeugnis und den Schriften Madeleine Delbrêls erweisen sich dabei als eine große Hilfe, ja als eine Quelle der Inspiration: Ihr »Realismus des Glaubens« schöpft aus der immer frischen Quelle des Evangeliums, sucht die Begegnung mit anderen »auf Augenhöhe«, weckt die Kreativität und drängt zum Aufbruch. Weil Gott überall ist. Annette Schleinzer geht den Spuren nach.
AUTOREN-/HERAUSGEBER-INFO
Schleinzer, Annette
Dr. Annette Schleinzer, geb. 1955, Theologin und Exerzitienbegleiterin. 1993 Promotion über Madeleine Delbrêl. Seit 2005 Theologische Referentin des Bischofs von Magdeburg. Annette Schleinzer ist eine der anerkanntesten Delbrêl-Kennerinnen im deutschen Sprachraum mit langjährigen persönlichen Kontakten zum Freundeskreis von Madeleine Delbrêl in Ivry/Frankreich.
Delbrêl, Madeleine
Madeleine Delbrêl (1904-1964) fand mit 20 Jahren zum Glauben. Im säkularisierten Umfeld der Pariser Arbeitervorstadt Ivry beschritt sie neue Wege, als Christin zu leben und Zeugnis zu geben. Sie gilt als "eine der bedeutendsten Frauen des 20. Jahrhunderts" (Hans Urs von Balthasar).
PRESSESTIMMEN
"Im Verlag Neue Stadt sind in den letzten Jahren drei Publikationen zu Leben und Werk der französischen Mystikerin, Poetin, Intellektuellen und Sozialarbeiterin Madeleleine Delbrêl (1904-1964) erschienen, die als eine der ersten Sozialarbeiterinnen im kommunistisch geprägten Arbeitervorort Ivry von Paris bis zum Kriegsende beruflich tätig war und dann ihren Dienst ehrenamtlich und zusammen mit der von ihr gegründeten Laiengemeinschaft "Carité" ausübte. Dabei ist es vor allem das Verdienst von Annette Schleinzer, 1993 mit einer Doktorarbeit zu Madeleine Delbrêl promoviert, über Vorträge, Publikationen und Tagungen die zentralen Impulse von Madeleine Delbrêl zu einer Laienspiritualität und "Weltfrömmmigkeit" und zur Ausbildung einer Glaubensgestalt in immer stärker säkularen und "entchristlichen" Milieus auch für den deutschen Kontext zu erschließen. Über ihren engen Kontakt mit der Association des Amis de Madeleine Delbrêl ist Annette Schleinzer der französischen Forschung und Erschließung des umfänglichen Archivs verbunden und konnte darauf bei der Erarbeitung ihrer klar und einfühlsam geschriebenen Hinführung zu Madeleine Delbrêl mit dem Titel "Prophetin einer Kirche im Aufbruch. Impulse für Realisten" zurückgreifen. Annette Schleinzer, die seit 2005 als Referentin des Bischofs von Magdeburg tätig ist und in der Nähe der Huysburg in einer der am stärksten entchristlichten Region Deutschlands lebt, erschließt hier auf faszinierende Weise das Avantgardistische der Mystik und der Poesie von Madeleine Delbrêl für die gegenwärtige missionarische Situation einer Kirche, die sich neu am Evangelium Jesu Christi zu orientieren hat, um in eine neue Gestalt hineinzuwachsen. (...) Teils bekannte (wie die "Liturgie der Aussenseiter" oder die "Fahrradspiritualität"), teils zum ersten Mal auf Deutsch veröffentlichte Texte sind am Ende dieser anregenden Einführung in das Denken und die geistlichen Impulse von Madeleine Delbrêl veröffentlicht. Eine größere Auswahl von Texten hat Annette Schleinzer zum 50. Todestag von Madeleine Delbrêl zu einem "Lesebuch" zusammengestellt ("Deine Augen in unseren Augen. Die Mystik der Leute von der Straße"), das eine spannende Entdeckungsgeschichte in den geistlichen Weg Delbrêls eröffnet über verschiedene Textauszüge, Briefe, Gedichte und Gebete aus dem umfänglichen Werk.
Wer sich mit der Biografie Delbrêls im Detail auseinandersetzten möchte, kann auf die von Annette Schleinzer übersetzte Biografie von Gilles François und Bernard Pitaud zurückgreifen. 2014 im Verlag Nouvelle Cité in Bruyères-le-Châtel erschienen. (...) Gilles François ist Postulator im Seligsprechungsverfahren von Madeleine Delbrêl, die Schwerpunkte, die die Biografie setzt, sind von dort her orientiert. Darum tut es gut, neben dieser Biografie immer wieder zu den erfrischenden Texten von Madeleine Delbrêl selbst und den Impulsen von Annette Schleinzer zurückzugreifen, die das Prophetische und "Unangepasste" von Delbrêl herausstellen. Nachfolge Christi und Heiligkeit wachsen auf den alltäglichen Wegen der Welt. Das 2. Vatikanische Konzil hat mit seinem neuen Blick auf die Laien herausgestellt, dass Evangelisierung Aufgabe aller ist; was dies konkret bedeutet, führen uns die vorliegenden Publikationen zur Biografie, Mystik und Poesie Madeleine Delbrêls vor Augen."
Margit Eckholt, Stimmen der Zeit, Heft 9, September 2020

„Dass die Zahl der gläubigen Christen in Europa abnimmt, ist inzwischen hinlänglich bekannt und im Bewusstsein aller Beteiligten. Weniger bekannt ist, dass die Umkehrung des Zahlenverhältnisses von Gläubigen und Nichtgläubigen in manchen Regionen Europas bereits vor Jahrzehnten sichtbar war. Eine solche Region ist der Pariser Vorort Ivry, den man heute zur Banlieue der Großstadt Paris zählt. Hier hat Madeleine Delbrêl (1904-1964) ab 1933 als Sozialarbeiterin gearbeitet.
(…) Es ist die Absicht und das Verdienst des Buches von Annette Schleinzer, die religiösen Grundlagen Delbrêls zusammenfassend zu beschreiben. In einer wie oben beschriebenen Situation als Christ zu leben heißt für den Einzelnen, „missionarisch“ tätig zu sein. Das Wort „Mission“ hat dabei allerdings seine Bedeutung verändert: Es handelt sich nicht um Verkündigung von theologisch-dogmatischen Höhen aus. Mission sei ein Zeugnis von Menschen, „die eine Erfahrung mit dem lebendigen Gott gemacht haben; von Menschen, die darin vor allem auch mit Jesus Christus und seiner heilenden und befreienden Liebe in Kontakt gekommen sind und die miteinander daraus leben“ (18). Auf die kirchliche Praxis bezogen heißt das: „Evangelisierung der heutigen Welt“ statt Selbstbewahrung (der Kirche)“ (19). So lebend und arbeitend war Delbrêl für die Autorin eine „Prophetin des Aufbruchs“ (18f). Ihr Realismus - so der Untertitel des Buches - ist weder optimistisch noch pessimistisch gefärbt.
(…) Das Buch ist eine ausgezeichnete Hinführung zu Madeleine Delbrêl. (…) Am Ende findet sich eine Auswahl von Texten in deutscher Übersetzung. Dabei kann der Leser über die originelle (theologische) Sprache Delbrêls etwas von der „realistischen“ Erdung der „Prophetin des Aufbruchs“ erfahren. Schleinzer berichtet von einem Interview des heutigen Bürgermeisters von Ivry, einem Kommunisten und Enkel des stellvertretenden Bürgermeisters zur Zeit Delbrêls. Dieser sagte: „Wenn die Kirche jemanden wie Madeleine Delbrêl selig sprechen würde, dann würde ich katholisch“ (26). Bis heute ist der Bürgermeister der katholischen Kirche nicht beigetreten.“
Lothar Stresius, Aachen, Erbe und Auftrag - Heft 2/2018 - Buchbesprechungen

"Impulse für Realisten
Der christliche Glaube ist hierzulande nicht mehr selbstverständlich. Das geht gerade an denen nicht spurlos vorbei, denen das Evangelium wichtig ist. Es braucht eine innere Ausrichtung, Mut zum Perspektivenwechsel und eine offene Haltung gegenüber denen, die keinen Bezug zum christlichen Glauben haben. Das Lebenszeugnis und die Schriften der französischen Sozialarbeiterin und Mystikerin Madeleine Delbrêl (1904-64) können dabei Impulse geben, ist die Theologin Annette Schleizer überzeugt, und hat diese herausgearbeitet. (...)"
(tdh) Tag des Herrn, Nr. 3, 21. Januar 2018

"Die Französin Madeleine Delbrêl war die Prophetin einer Kirche im Aufbruch. Ihre Texte sind daher gerade für heute in einer säkularisierten Welt und einer Kirche im Umbruch mehr als aktuell. Annette Scheinzer gibt einen sehr schönen Überblick über all die Themen, die Madeleine Delbrêl bewegten, in dem sie diese sehr oft selbst zu Wort kommen lässt. Man findet darin eine Fülle an Impulsen für Wege, den Glauben heute zu leben."
Licht 2/2018

"Buchtipp
Annette Schleinzer zeigt, wie hochaktuell und prophetisch die Impulse aus dem Lebenszeugnis und den Schriften Madeleine Delbrêls sind."
Amen. Das Magazin von Campus für Christus, Ausg. Winter 2017

"Anregende Gedanken zu Glauben und Kirche in der modernen Welt
Madeleine Delbrêl (1904 - 1964) lebte als Sozialarbeiterin mit ihrer kleinen Gemeinschaft in Ivry, einem Pariser Vorort, in einem vorwiegend kommunistisch geprägten Umfeld. Obwohl durchdrungen vom Glauben an Christus will sie nicht missionieren oder bekehren, sondern in Wertschätzung und Respekt und im Klima des Vertrauens dem Anderen begegnen und ihn mit seinen Problemen annehmen. Aus den Auszügen von Vorträgen, Reden, Briefen, Meditationen und Schriften Delbrêls, die die Autorin intensiv beleuchtet und umfassend kommentiert, wird die Forderung deutlich, dass die Kirche in der Auseinandersetzung mit gottfernen Menschen, für die Glaube und Kirche im alltäglichen Leben keine Bedeutung mehr haben, kreativ reagieren, Traditionen hinterfragen und notfalls ändern muss. Da die Parallelen zur Gegenwart unverkennbar sind, bedeuten die vorgelegten Impulse eine vielschichtige Quelle für den Christen, die Grundlagen des Glaubens zu bedenken und den notwendigen Wandel sinnvoll zu gestalten. Im Anhang sind einige markante Texte Delbrêls in voller Länge angefügt. - Ein angregendes Buch, das realistisches Christentum sichtbar macht."
Helmut Eggl, Buchprofile/medienprofile Jg. 62/2017, Heft 4


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